Übertragungen ins Deutsche - Wettbewerb

In dieser Rubrik gebe ich einen herausragenden englischen Limerick vor, zusammen mit einer möglichst wörtlichen bzw. sinngemäßen Übersetzung. Jeden, der Spaß daran hat, englische Limericks ins Deutsche zu übertragen, möchte ich ermuntern, es einmal mit dem unten zitierten zu versuchen.

 

Unter einer Übertragung verstehe ich im Gegensatz zu einer Übersetzung, dass auch das deutsche Ergebnis die charakteristischen Merkmale eines Limericks aufweist: Reimschema, Rhythmik und Silbenzahl. Natürlich lässt es sich durch den Zwang der Form kaum umgehen, vom Wortlaut des Originals abzuweichen. Wichtig ist, dass der Sinn und die Pointe erhalten bleiben, dass das Ergebnis also der Intention des Originals möglichst nahekommt.

 

Leider kann ich keine Preise ausloben; der Lohn für die Mühe besteht lediglich darin, dass eine gute Übertragung unter Nennung des Autors auf meiner Seite veröffentlicht wird.

 

Nun wünsche ich viel Spaß beim kreativen Übertragen. Nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion wie ein Forum, um sich untereinander auszutauschen. Kommentare werden sofort und automatisch freigeschaltet.

Der Kandidat:

A near-sighted fellow named Walter,

Led a glamorized lass to the altar;

A beauty he thought her,

Till some soap and water

Made her look like the Rock of Gibraltar.

 

Ein kurzsichtiger Bursche namens Walter

führte ein aufgebrezeltes Mädchen zum Altar;

eine Schönheit, so dachte er,

bis etwas Seife und Wasser

sie aussehen ließ wie der Felsen von Gibraltar

 

Kommentare

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  • Ulf Bro (Sonntag, 11. Dezember 2016 09:08)

    Schön geschminkt kam die Braut zum Altar
    Sie gefiel John, der kurzsichtig war
    Doch nach Wasser und Seife
    Sah die derbe und reife
    Frau aus wie der Fels Gibraltar

  • Heiko Hinz (Freitag, 25. November 2016 21:33)

    es nahm der kurzsichige Walter
    'ne geschminkte Braut mit zum Altar.
    Eine Schönheit pur,
    nach dem Bad glich sie nur
    noch grob dem Fels von Gibraltar

  • Heinz Hermann Michels (Sonntag, 13. September 2015 13:27)

    Ich habe doch noch mal an meiner Übertragung herumgefeilt:

    Grell geschminkt war ein Mädchen aus Malta
    Und es wurde die Braut von Hans-Walter
    Als die Braut sich dann wusch
    Und entfernte ihr Rouge
    Sah sie aus wie der Fels von Gibraltar

  • Beat Spitz (Mittwoch, 09. September 2015 22:52)

    Lieber Heinz Hermann,

    vielen Dank für Ihre ausführlichen Anmerkungen zu meiner Übertragungs-Variante. Diese Übertragungen sind ein besonders spannender Zweig des Limerickens. Vom unmittelbaren Resultat her sind sie zwar
    meist nicht besonders ergiebig. Es kann ja durchaus vorkommen, dass überhaupt keine wirklich überzeugende Variante zustande kommt. Aber die Arbeit daran ist eine echte Herausforderung – und damit
    letztlich immer ein Gewinn.
    Es stimmt, dass 'malerisch' das Make-up andeuten sollte. Aber es ist nur eine Andeutung – und dazu noch eine, die sozusagen durch den Lieferanteneingang kommt.
    Zeile 4 scheint mir irgendwie typisch für Übertragungen. Durch den Versuch, Seife und Wasser des Originals zu retten (hier in Zeile 3) wird die folgende Zeile quasi zum Notnagel.
    Auf die Kurzsichtigkeit habe ich aus genau den von Ihnen genannten Gründen leichten Herzens verzichtet. Es ist zwar nicht die Aufgabe einer Übertragung, die Vorlage zu korrigieren. Aber wenn man eh
    Abstriche gegenüber dem Original machen muss...
    Mein Vorschlag lässt sich, wie mir scheint, kaum zufriedenstellend retten. Vielleicht versuche ich es noch mit einem neuen Anlauf. Aber es ist auch gut möglich, dass Sie mir mit einem neuen
    Wettbewerb zuvorkommen. :)

    Herzliche Grüße, Beat

  • Heinz Hermann Michels (Mittwoch, 09. September 2015 19:25)

    Lieber Beat,

    dass die Braut sich stark zu schminken pflegte, kommt in Ihrer Übertragung nicht mehr richtig raus, obwohl Sie das mit dem Adjektiv „malerisch“ wohl andeuten wollten.
    Zeile 4 gefällt mir nicht richtig, zum einen wegen der etwas unnatürlichen Wortstellung, also des nachgeschobenen „er“, zum anderen weil die Betonung ebenso gut auf „ziemlich“ statt auf „fand“ liegen
    könnte.
    Und nicht mehr zu erkennen ist, dass Walter die Braut erst nach der Hochzeit ungeschminkt sieht. Das kann man zwar annehmen, aber es könnte auch sein, dass er sie auch schon vorher mal so gesehen hat
    und sie deshalb nicht gern ungeschminkt sieht.
    Die Kurzsichtigkeit ist bei Ihnen und bei mir herausgefallen, weil dafür kein Raum mehr war. Die halte ich aber auch nicht für ein entscheidendes Detail. Überdies bedeutet kurzsichtig ja eigentlich,
    dass man auf kurze Distanz gut sieht. Man muss sich aber bei Walter jemanden vorstellen, der schlecht sieht, besonders auf kurze Distanz. Nur so ergibt es Sinn, dass er sich durch Ihr Makeup
    einbildete, er habe eine Schönheit geheiratet.
    Der Fels von Gibraltar als Bild für den Teint des abgeschminkten Mädchens wird humortechnisch durch den Anna-Felsen auf Helgoland nicht ebenbürtig vertreten. Allenfalls das Biest von Loch Ness in
    Walters recht freier Übertragung konnte da noch halbwegs mithalten. Die Eigernordwand von Astrid bringt eher eine hohe flache Wand zur Vorstellung, während der Affenfelsen einen zerklüfteten
    dunkelgrauen Brocken verkörpert. Bei Astrid musste aus reimtechnischen Gründen dann auch noch ein Geiger auftreten, ohne dass die Berufsbezeichnung zur Pointe beiträgt. Sowohl Astrids als auch
    Walters Fassung war mir zu weit vom Original weg, und die Pointe bei Astrid funktioniert mit der Eigernordwand auch nicht besonders gut.
    Danke für den Hinweis, dass neue Duden-Ausgaben auch die Betonung von Gibraltar auf der 2. Silbe zulassen. Mein Aussprachwörterbuch ist schon bald 30 Jahre alt.

  • Beat Spitz (Mittwoch, 09. September 2015 07:15)

    Lieber Heinz Hermann,

    möglicherweise war ich gestern Abend etwas vorschnell mit meiner Unterstellung, dass der Wettbewerb im Prinzip abgeschlossen sei. Die Übernahme einer Übertragung in Ihre Sammlung muss ja nicht
    automatisch das Ende des Wettbewerbs bedeuten?

    Herzliche Grüße, Beat

  • Beat Spitz (Dienstag, 08. September 2015 23:57)

    Bock geschossen. :(
    In Zeile 4 fehlt eine Silbe. Neue Version:

    Zum Altar führte Walter aus Haus
    Seine Braut, die sah malerisch aus
    Doch mit Seife und Wasser
    - Und das fand ziemlich krass er -
    Wurde Helgolands 'Anna' daraus

  • Beat Spitz (Dienstag, 08. September 2015 23:09)

    Lieber Heinz Hermann,

    diesen Wettbewerb habe ich bisher glatt übersehen. Aber es ist ja noch nicht aller Tage Abend.

    Mit Ihrer Variante kann ich mich durchaus anfreunden. Der Online Duden bietet sogar eine Klangdatei, bei der Gibraltar klar und deutlich auf der zweiten Silbe betont wird. Und mit der Unsauberkeit
    beim Reimwort Walter lässt sich leben. Wird der Limerick mündlich vorgetragen, gibt’s eh kein Problem. Und bei Übertragungen muss man in dieser Hinsicht wohl generell ein wenig toleranter sein.

    Damit wäre der Wettbewerb im Prinzip abgeschlossen. Dennoch möchte ich noch einen eigenen Versuch beisteuern. Denn ich habe mir überlegt, dass man ja auch den Felsen von britischem Hoheitsgebiet in
    den deutschen Sprachraum mit 'übersetzen' müsste/könnte:

    Zum Altar führte Walter aus Haus*
    Seine Braut, die sah malerisch aus
    Doch mit Seife und Wasser
    - Das fand ziemlich krass er -
    Wurde Helgolands 'Anna' daraus

    (*im Ennstal – jedenfalls kenne ich keinen anderen Ort dieses Namens)

  • Heinz Hermann Michels (Sonntag, 06. September 2015 14:18)

    Stets geschminkt war die Mandy aus Kalkar
    Und betört war ihr Bräutigam Walter
    Doch als Mandy sich wusch
    Und entfernte ihr Rouge
    Sah sie aus wie der Fels von Gibraltar


    Zwar behauptet mein Duden Aussprachewörterbuch, dass Gibraltar entweder auf der ersten oder der letzten Silbe betont wird, aber häufiger hört man eigentlich die Betonung der 2. Silbe. Ich selbst
    betone Gibraltar auch immer so. Insofern ist der Hauptreim akzeptabel. Nur die leichte Unsauberkeit beim Reimwort Walter bleibt.

    Ursprünglich wollte ich mich aus dem Wettbewerb heraushalten, aber als kein Vorschlag kam, der mich richtig überzeugen konnte, habe ich auch eine Übertragung versucht. Fast hätte ich aufgegeben, aber
    dann ist mir nach langem Herumfeilen doch noch eine akzeptable Umsetzung gelungen (ich weiß, Eigenlob stinkt, Ihr dürft gerne Eure Meinung zu meiner Version sagen).

  • Walter Dikomey (Mittwoch, 02. September 2015 11:37)

    Lieber Heinz Hermann,

    mir gefällt Ihr Limerick sehr gut. - Leider bin auch ich trotz längeren Suchens in Sachen Schlusswort nicht fündig geworden.

    Zweifellos stellen ganz generell für den Limericker Übertragungen von einer Sprache in die andere (v.a. Übertragungen sehr populärer Limericks) die mit Abstand größte Herausforderung dar, eine
    Herausforderung, die, wie im konkreten Falle, auch eine Quadratur des Kreises sein kann.

    Gruß,
    Walter

  • Heinz Hermann Michels (Montag, 31. August 2015 22:10)

    Liebe Limerickfreunde,

    dieser Limerick ist offenbar sehr schwer übertragbar. Es ist auch interessant zu sehen, wie schnell die Pointe an Kraft verliert, wenn man den Aufbau leicht ändert, um das Ganze auf Deutsch
    auszudrücken.

    Bis jetzt hat mich noch keine Übertragung richtig überzeugt, aber mir selbst gelingt es auch nicht. Meine Version sieht derzeit so aus:

    Stark herausgeputzt zeigte sich Margot
    Und so gab er der Schönen das Jawort
    Doch als Margot sich wusch
    Sich entfernte ihr Rouge
    Sah sie aus wie der Steinbruch von ???

    Weiß jemand einen passenden Ort für die letzte Zeile?

    Gegen den jedem bekannten Fels von Gibraltar kann natürlich kein Steinbruch von Dingenskirchen mithalten.

  • Astrid Meinung (Montag, 31. August 2015 13:04)

    Eine Variante von meinem Eiger-Limerick, diesmal ohne englische Begriffe und in der richtigen Zeitform:

    Zum Altar führt der kurzsicht´ge Geiger
    Die geschminkte Braut, frisch aus der Taiga
    Ihre Schönheit nimmt Schaden
    Als die Dame geht baden
    Danach gleicht sie der Nordwand vom Eiger

  • Walter Dikomey (Freitag, 28. August 2015 23:02)

    Lieber Herbert,
    viel besser kann eine Übertragung dieses Limericks unter Beibehaltung von "Gibraltar m.E. nicht sein. Und genau genommen sind die Endungen von "Walter" und "Gibraltar" von der Aussprache her (wenn
    man bei "Gibraltar" die zweite Silbe betont) nur minimal verschieden.

    Meine neue Version (immer noch ohne den berühmten Felsen von Gibraltar, aber dem Original wohl etwas näher als die vorigen Versionen:

    Der vertrottelte steinreiche Jess
    Nahm zur Frau eine flotte Comtesse
    Doch es glich die Comtesse
    Ohne Schminke und Dress
    Leider sehr jenem Biest von Loch Ness

    Ihr Ansatz (letzte Version) gefällt mir ehrlich gesagt besser.

    Gruß,
    WD

  • Herbert Reichelt (Freitag, 28. August 2015 16:01)

    Ein neuer Versuch:

    Zum Altar führt der kurzsicht’ge Walter
    Seine Braut, bunt geschminkt wie ein Falter
    Ihre Schönheit er preist
    Doch die Dusche beweist:
    Sie sieht aus wie der Fels von Gibraltar

  • Walter Dikomey (Freitag, 28. August 2015 11:58)

    In der zweiten Version gibt es am Anfang der ersten Zeile einen Silbenfehler.

    Anpassung:

    Es nahm einst der alte Sir Jess
    Zur Frau eine flotte Comtesse
    Doch beim Look der Comtesse
    Ohne Schminke und Dress
    Da rief er: „Oh god, what a mess!“

  • Walter Dikomey (Freitag, 28. August 2015 11:47)

    Gleich zwei Versionen:

    Der vertrottelte reiche Sir Jess
    Nahm zur Frau eine flotte Comtesse
    Doch beim Look der Comtesse
    Ohne Schminke und Dress
    Rief er lauthals: „Oh god, what a mess!“


    Es nahm einst der alte Sir Jess
    Sich zur Frau eine flotte Comtesse
    Doch beim Look der Comtesse
    Ohne Schminke und Dress
    Rief er lauthals: „Oh god, what a mess!“

  • Walter Dikomey (Donnerstag, 27. August 2015 23:55)

    Lieber Heinz Hermann,
    vielen Dank für Ihre grundsätzliche, aber auch auf den aktuellen Limerick bezogene Antwort, einer großen Hilfe bei eventuellen künftigen Versuchen in dieser Richtung.

  • Heinz Hermann Michels (Donnerstag, 27. August 2015 17:06)

    Lieber Walter,

    grundsätzlich ist natürlich die größtmögliche Nähe zum Original anzustreben, was aber meistens scheitert, weil zugleich Rhythmik und Reime stimmen müssen. Den Vornamen selbst halte ich für nicht
    wichtig, da er im Original ohnehin nur benutzt wurde, um ein drittes Reimwort für die langen Zeilen zu haben. Zur Pointe trägt er nicht wirklich bei, weswegen sowohl ein anderer Vorname benutzt
    werden könnte als auch gar keiner. Letzteres käme in Betracht, wenn einem wegen der etwas umständlicheren deutschen Sprache Silben fehlen, um alle wesentlichen Merkmale, die zur Pointe beitragen, in
    den Limerick einbauen zu können. Auch eine namentliche Umkehrung würde ich statthaft finden, wenn es anders nicht geht, also die junge Frau mit Vornamen zu benennen und den Mann nicht. Das würde die
    Pointe nicht schwächen.

    Das Hauptproblem bei diesem Limerick ist der Topos „Rock of Gibraltar“, der als monströser und absurder Vergleich die Witzigkeit dieses Gedichts im Wesentlichen ausmacht. Dafür eine ähnlich witzige
    Alternative zu finden, um mit einem anderen Reim arbeiten zu können, das dürfte sehr schwer werden. Andererseits reimt sich auch im Deutschen „Altar“ auf „Gibraltar“ (obwohl man sich dann die
    passende Variante der zwei Betonungsmöglichkeiten von Gibraltar denken muss). Man müsste also nur noch irgendeinen Ersatz für „Walter“ finden, der von der Betonung her nicht passt und auch durch die
    Endung „er“ gegenüber „ar“ vom Reim her nicht ganz sauber ist. Zäumt man die Übertragung vom letzten Vers aus auf und will man einen anderen Vergleich als „Fels(en) von Gibraltar“ verwenden, dann
    muss man auch eine Alternative für die Heiratsformulierung finden, denn Altar wäre dann nicht mehr das Reimwort.

  • Walter Dikomey (Mittwoch, 26. August 2015 22:00)

    Lieber Heinz Hermann,

    das stimmt mich natürlich traurig. ;-) Aber im Ernst und ganz allgemein: Ist es nicht anzustreben, Schlüsselwörter, wie ich sie nennen würde, auch in einer Übertragung nach Möglichkeit beizubehalten?
    Oder anders gefragt: Würden Sie der der Beibehaltung solcher Wörter eher eine hohe oder weniger hohe Priorität beimessen? (Habe mit Übertragungen keinerlei Erfahrung.)

  • Heinz Hermann Michels (Mittwoch, 26. August 2015 21:00)

    Lieber Walter,

    Ihr Vornamen wird auf der ersten Silbe betont, Altar allerdings auf der zweiten. Und Gibraltar hat zwei Ausspracheformen, eine mit der Betonung auf der ersten Silbe und eine mit Betonung auf der
    letzten. So gesehen werden Sie wohl auf Walter in der Übertragung verzichten müssen.

  • Walter Dikomey (Dienstag, 25. August 2015 18:54)

    Die Frage bei Übertragungen ist, wie ähnlich die deutsche der Version der Vorlage sein sollte. Dass die "Essenz" stimmen muss, ist klar, doch frage ich mich, ob es nicht auch anzustreben ist,
    Schlüsselwörter wie im aktuellen Beispiel "Walter" oder "Gibraltar" beizubehalten. Ich neige ein wenig zu Letzterem (nicht nur wegen dieses speziellen Vornamens :-)).

  • Heinz Hermann Michels (Dienstag, 25. August 2015 17:36)

    Wer einen Vornamen mit einer bestimmten Reimendung sucht, kann unter Links ein Vornamenverzeichnis aufrufen und dort suchen mit "string_". Gemeint ist, die Reimendung (für string) und ein folgendes
    Leezeichen (für _) als Suchbegriff (das Leerzeichen deshalb, weil nur Vornamen mit der gesuchten Reimendung gefunden werden sollen und nicht welche mit der Zeichenkette mittendrin).

  • Astrid Meinung (Dienstag, 25. August 2015 12:59)

    Ein neuer Versuch (inspiriert von Herbert Reichelt):

    Zum Altar führt der kurzsicht´ge Geiger
    Eine Beauty-Queen frisch aus der Taiga
    Doch die Schönheit nahm Schaden
    Als die Lady ging baden
    Danach glich sie der Nordwand vom Eiger

  • Astrid Meinung (Dienstag, 25. August 2015 12:48)

    Lieber Herr Reichelt,

    Ihr Limerick gefällt mir gut. Die Pointe des Originals wird klar und formvollendet übertragen. Mich stören zwei Details:
    Der Begriff "Reife" erscheint mir nicht passend, denn durch das Schminken sollen ja gerade die Reifespuren (Falten) unsichtbar werden. In der letzten Zeile finde ich "einen Felsen vor Sansibar" im
    Ausdruck schwächer als den "Rock of Gibraltar". Allerdings habe ich auch gerade keine Idee zur "Aufbrezelung".

  • Herbert Reichelt (Dienstag, 25. August 2015 09:20)

    Dann versuche ich auch mal wieder. Perfekt ist es noch nicht - aber vielleicht kann er ja durch hilfreiche Ideen aus dem Forum "aufgebrezelt" werden:

    Mit viel Stolz führt der kurzsicht‘ge Adebar
    Die geschminkte Verlobte zum Traualtar
    Sieht nur Schönheit und Reife
    Doch nach Wasser und Seife
    Wirkt sie nur wie ein Felsen vor Sansibar

  • Walter Dikomey (Dienstag, 25. August 2015 08:35)

    Hallo Astrid,
    ich empfinde den Spagat zwischen Inhaltstreue und "holperfreiem" Deutsch in Ihrer Übertragung als gelungen.
    Aus Betonungsgründen sollte m.E. die dritte Zeile geändert werden. Mögliche Alternative:
    "Fand sie ausnehmend schön"

    Gruß,
    WD

  • Astrid Meinung (Montag, 24. August 2015 14:16)

    Der gleiche Limerick wie eben, an zwei Stellen etwas verbessert, wie ich finde:

    Ein bebrillter Tourist namens Walter
    Nahm zur Frau eine Tussi auf Malta
    Walter hielt sie für schön
    Bis zur Dusche um zehn
    Danach glich sie dem Fels von Gibraltar

  • Astrid Meinung (Montag, 24. August 2015 08:46)

    Ein bebrillter Tourist namens Walter
    Nahm zur Frau eine Diva auf Malta
    Walter hielt sie für schön
    Bis zur Dusche um zehn
    Danach war sie der Fels von Gibraltar